• Hotelreview und Restaurant-Empfehlung für Rom: Hotel de Russie, Rocco Forte

    Rom ist definitiv eine meiner Lieblingsstädte in Europa. Ich war nun schon vier oder fünf Mal dort und habe die Stadt noch immer nicht satt. Der einzige Grund, weshalb ich wahrscheinlich so schnell nicht wieder in Rom sein werde ist der, dass die Welt noch so viele schöne Orte zu bieten hat. Da muss auch eine so wundervolle Stadt wie Rom etwas warten. Wer jedoch noch nie in Rom war, sollte dies so schnell wie möglich ändern. Diese Stadt ist voller Kultur, Schönheit, Geschichte, Mode und Dolce Vita. Und Zauber. Auf dieser Stadt liegt ein Zauber im positivsten Sinne. Mehr zu der Stadt an sich erzähle ich euch jedoch ein anderes Mal. Heute geht es um ein zauberhaftes Hotel, ein zu Hause auf kurze Zeit, mitten in der wundervollen Stadt.

    Hotel de Russie, Rocco Forte, Via del Babuino, 9, 00187 Roma RM, Italien

    DIE LAGE

    Das luxuriöse Hotel de Russie gehört zur Rocco Forte Gruppe und befindet sich direkt an der zentralen Piazza del Popolo. Mir wurde gesagt, dass es eines der wenigen Hotels der Stadt ist, in dem auch die Römer selbst sich gerne blicken lassen. Das läge vor allem am „Geheimen Garten“ aus dem 18. Jahrhundert. Dieser Ort vermittelt Ruhe – aber schafft es, einem zugleich das Gefühl zu geben, auch mitten im Geschehen zu sein. Und glaubt mir, in Rom möchtet ihr mitten im Geschehen sein. Nichtsdestotrotz weiß man es sehr zu schätzen, wenn man nach einem anstrengenden Tag durch die unscheinbare Tür treten kann und eine Ruheoase vorfindet. Einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten befinden sich ganz in der Nähe und können gut zu Fuß erreicht werden. Die Spanische Treppe ist zum Beispiel nur einen kurzen Spaziergang entfernt. Auf dem Weg dort hin passiert man eine Shopping-Meile, die alles bietet, was das Herz begehrt. Weitere Sehenswürdigkeiten wie der Trevi-Brunnen, Piazza Navona, die berühmten Modeboutiquen der Via Condotti, die Kunstgalerien der Via Marguatta und Museen wie das MAXXI (mein Favorit) sind ebenfalls ganz in der Nähe und wie bereits erwähnt, gut zu Fuß zu erreichen.

    Die zimmer

    Wisst ihr, was ich wirklich sehr gerne an den Rocco Forte Hotels mag? Ich mag den Flair, der in den Rocco Forte Hotels herrscht. Ich liebe die Mischung aus Alt und Neu. Geschichte und Fortschritt. Auch das Hotel de Russie verbindet zwei verschiedene Welten. Das moderne Design perfektioniert die klassische Architektur des historischen Gebäudes. Die Zimmer sind meiner Meinung nach sehr geschmackvoll eingerichtet. Das kleinste Zimmer beginnt ab 23 qm und eignen sich perfekt für allein reisende Gäste. Die nächsthöhere Kategorie, die Classic Zimmer, sind mit 30 qm schon deutlich größer. Diese Zimmer blicken entweder auf die Stadt oder auf den „Geheimen Garten“. Die großen Badezimmer sind mit Marmor und Mosaiken gestaltet und gefallen mir sehr gut. Insgesamt gibt es 13 Kategorien. Sehr angetan war ich von den Popolo-Suiten auf der obersten Etage. Weshalb sie so heißen erklärt sich sofort, wenn man die Suite betritt und einen Blick aus den vielen Fenstern wirft. Sie bietet von ihrer großen Terrasse aus einen herrlichen Ausblick auf den Piazza del Popolo und die Dächer Roms.

    Der Spa

    Leider konnten wir den SPA aufgrund von Zeitmangel nicht nutzen. Er sieht jedoch wunderbar stylisch und sehr einladend aus. Wir hätten zu gerne ein paar Stunden im wohlig-warmen SPA verbracht.  So ein verregneter Novembertag eignet sich auch perfekt dazu, oder? Leider waren nicht nicht lange genug in Rom und das Sightseeing stand klar im Vordergrund. Aber als großer Fan des Villa Kennedy Spas, welches ebenfalls zur Gruppe Rocco Forte gehört, bin ich mir sicher, dass sich auch ein Besuch hier gelohnt hätte.

    Lunch Buffet im LE Jardin de russie

    Im hinteren Teil des Gartens befindet sich das Restaurant Le Jardin de Russie. Auch wenn der Name des Restaurants französisch ist, angeboten wird hier feinste italienische Gourmetküche unter der Führung vom Fulvio Pierangelini. Ganz egal ob Dinner oder Lunch,  diese kleine Ruheoase inmitten der hektischen Stadt ist eine pure Wohltat für die Seele. Da wir uns ein bisschen durch die Karte probieren wollten, um einen Gesamteindruck von dem Speisenangebot zu bekommen, haben wir uns gegen à la carte und für das Buffet Lunch (Montag bis Freitag, 12:30 Uhr bis 15:0 0Uhr) entschieden. Das Buffet Lunch kostet 40€ pro Kopf und beinhaltet Vorspeisen, Salate, verschiedene Hauptspeisen (Pasta, Fleisch- und Fischgerichte, Gemüse, Beilagen) und eine tolle Auswahl an Desserts. Wir haben uns viel Zeit beim Essen gelassen und uns durch die verschiedenen Speisen probiert: allesamt super lecker und frisch zubereitet. Der Service ist gehoben, freundlich und die Mitarbeiter haben stets einen Blick auf das Geschehen, um bei Bedarf Wasser oder Wein nachzuschenken und um das Buffet immer wieder aufzufrischen, damit keine Wartezeit für den Gast entsteht. Die Vorspeisen waren bereits so gut, dass ich mich echt zusammen reißen musste, um mich nicht schon allein mit der Vorspeise satt zu essen: Burrata, frischer Salat, Carpaccio und mein Favorit „Fritto misto di verdura“, auch bekannt als frittiertes Gemüse. Was mir bei den  Speisen besonders positiv aufgefallen ist, war die gute Qualität der einzelnen Zutaten. Alle Produkte waren durchweg frisch, saftig und sehr geschmacksintensiv. Nach den sättigenden Hauptspeisen blieb kaum noch Platz für den Nachtisch. Aber frisches Obst und hausgemachtes Sorbet-Eis passt dann doch irgendwie immer – kennt ihr auch oder? Alles in allem: tolle Stimmung, guter Service und leckeres Essen. Wer sich in Ruhe fit für einen kleinen Shopping- oder auch Sightseeing-Trip machen möchte, kann gut und gerne im Le Jardin de Russie starten.

    FAZIT

    Das luxuriöse Hotel de Russie mit dem gehobenen Restaurant Le Jardin de Russie sind einen Besuch wert. Man ist inmitten des Geschehens, aber dennoch gut geschützt an einem ruhigen Ort, an dem man sich entspannen und verwöhnen lassen kann. Hier fühlt man sich bestens aufgehoben. Wer dem Trubel Roms kurzzeitig entkommen möchte und wieder neue Kraft sammeln möchte, dem empfehle ich einen Besuch im SPA mit einem anschließenden Restaurant-Besuch. Danach fühlt ihr euch wieder frisch und munter und habt Energie, um die imposante Stadt weiter zu erkunden.

    Bis zum nächsten Mal

    Summer

  • Don Montserrat Pons – Hüter der Feigen dieser Welt auf Son Mut Nou, Mallorca

    Es ist Ende November, die Sonne strahlt und taucht die weltweit größte Feigenplantage mit über 3000 Feigenbäumen, darunter über 1300 verschiedene Feigensorten, in ein weiches, warmes Licht. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann ich das letzte Mal die wärmende Sonne in Deutschland genossen habe – es ist auf jeden Fall schon einige Wochen her. Der dicke Pulli über dem Kleid und auch der riesige Schal, der locker als Picknick Decke dienen könnte, sind bereits um 10:30 morgens überflüssig. Ich bin wirklich so froh, hier zu sein. Auf Mallorca. Bei wunderbaren 20 Grad in der Sonne. Der perfekte Ort (nur etwa zwei Flugstunden von Frankfurt entfernt!), um vor allem im Winter Sonne und Vitamin D zu tanken.

    Son Mut Nou, Camí d´es Palmer, 07609 Llucmajor, Illes Balears, Spanien

    Herr Montserrat Pons, hüter der feigen.

    Wir fahren früh los, raus aus Palma, Richtung Llucmajor. Die Fahrt dauert etwa eine halbe Stunde. Vorbei am wunderbar blauen Meer, dann hinein ins Landesinnere, vorbei an Olivenplantagen, Orangenhaine und Mandelbäumen. Ja: Oliven, Orangen und Mandeln – dafür ist die Insel bekannt. Aber Feigen? Das war mir neu. Und dass sich auf Mallorca sogar die größte Feigenplantage der Welt befindet, das überraschte mich sehr. Als Feigenliebhaberin (am liebsten nasche ich sie direkt vom Baum) war ich natürlich super gespannt auf die Feigen-Finca „Son Mut Nou“ von Montserrat Pons, das gleichzeitig das größte Forschungszentrum („Camp d’experimentació“) zum Thema Feige ist. Ein unscheinbares Tor, ein kurzer, sandiger Weg und schon erreichen wir den Besucherparkplatz, direkt neben dem Haupthaus. Der Himmel ist strahlend blau und die vielen, zur Winterzeit leider kahlen Feigenbäume, reihen sich vor uns auf. Zwei Wachhunde begrüßen uns mit lautem Bellen und viel Schwanzwedeln. Hr. Pons stellt sich vor und ich fühle mich gleich sehr wohl bei ihm. Er ist ein freundlicher & herzlicher Herr, der seit 1995 schon die paarweise gepflanzten Feigen fotografiert, katalogisiert und somit für den Erhalt und eine ordentliche Dokumentation der Bäume sorgt. Er fängt sofort an zu erzählen. Hr. Pons hat so viel Wissen, das er weitergeben möchte – und das tut er mit viel Herz. So etwas berührt mich immer und zieht mich sofort in den Bann. Unsere Gruppe hört gespannt zu.

    Auf 130 Hektar Land werden hier über 1,300 Sorten aus der ganzen Welt gehegt und gepflegt. Im ersten Jahr brauchen die Bäumchen noch etwas mehr Zuwendung, danach sind sie sozusagen auf sich alleine gestellt und müssen weitestgehend alleine wachsen und gedeihen. Früchte tragen sie erst ab dem dritten Jahr und mit etwa zehn Jahren gelten sie erst als reif. Ihre Hoch-Zeit haben Feigenbäume zwischen 40 und 80 Jahren – in dieser Zeit sind sie am Ertragreichsten. Es gibt Sorten, die wachsen nur auf Mallorca, andere wiederum benötigen Minusgrade, damit sie ordentlich wachsen können. Hier gibt es Feigen in jeder denkbaren Farbe, Größe und Ausprägung. Bei der Führung entdecken wir zum Beispiel auch Sorten aus meinem Heimatland China. Die sollen super lecker schmecken – zu gerne hätte ich sie probiert!

    To-DO Liste für Mallorca: Feigen pflücken gehen

    Also Hr. Pons, ich denke, ich muss doch noch mal zur Erntezeit bei Ihnen vorbei schauen und mir ein paar Feigen frisch vom Baum pflücken. Und das tolle ist, man kann als Besucher wirklich selbst mit anpacken und frische Feigen direkt vom Baum pflücken. In der Erntezeit, also zwischen Anfang August und Mitte/ Ende September, ist dies an bestimmten Vormittagen nämlich möglich. Ist das nicht toll? Ich bin sowas von dabei! Wenn ihr noch nie frische Feigen direkt vom Baum gegessen habt, dann müsst ihr euch das auf die To-Do-Liste setzen. Die Ausbeute wird dann gewogen und mit – ich glaube es waren 5,00 Euro pro Kilo – abgerechnet. Absolut fair. (Bitte nagelt mich jetzt nicht auf diesen Preis fest, ich schau mal. ob ich die aktuellen Preise bekomme und ob sich da etwas dran geändert hat – änder das ab, sobald ich neue Infos habe).

    Die verkostung

    Während wir seinen Erzählungen lauschen und mit Händen und Füßen kommunizieren, spazieren wir über einen kleinen Teil der Feigenplantage. Das Laufen über die Felder bei wärmender Sonne tut unheimlich gut, zumal wir vor einigen Stunden noch in Deutschland waren und bei Nullgraden gefroren haben. Unser Spaziergang führt uns vorbei an den Feigenfeldern zu einem kleinen Gewächshaus, in dem die Früchte zum Trocknen ausgelegt werden. Diese werden nämlich für die hauseigenen Spezialitäten benötigt, die wir nach der Besichtigung glücklicherweise auch probieren dürfen. Apropos probieren, meine Augen leuchten auf, als wir nach der Führung an einen reich gedeckten Tisch gebracht werden. Feigenmarmelade, getrocknete Feigen, Feigenspezialitäten, Feigen mit Sobrassada, Feigenbier, Feigenwein, Feigen mit Käse, Feigen mit Bacon, Feigen mit Schinken – auf uns wartete alles, was das Feigenherz höher schlagen ließ. Es war eine echte Qual, vorher noch Bilder zu machen, bevor ich zugreifen durfte. Die Verkostung war einfach herrlich gut. Im Gespräch am Tisch haben wir übrigens festgestellt, dass die Spanier zwischen „weißen“ und „schwarzen“ Feigen unterscheiden, während für die Deutschen Feigen „grün“ oder „lila/ blau“ sind. Typisch für Llucmajor sind zum Beispiel getrocknete „weiße“ Feigen, die wirklich sehr lecker sind. Aber ich kann euch versichern: nicht nur die waren lecker, sondern alles, was wir verkostet haben, war ohne wenn und aber gut. Das tolle ist, man kann die verkosteten Produkte auch direkt im „Mini-Store“ einkaufen. In einem kleinen Raum stapeln sich Feigenessig, Feigenbrot, in Rum eingelegte Feigen, Feigenkaffee, Feigenschnaps und Feigenmarmelade – alles hier auf der Finca hergestellt. Ich denke, es ist überflüssig zu sagen, dass man hier auf jeden Fall zugreifen sollte, wenn man seinen Liebsten zu Hause ein Stückchen Mallorca mitbringen möchte. Über diese Mitbringsel darf man sich wirklich freuen.

    Fazit in einem satz

    Ich kann euch einen Besuch der Son Mut Nou sehr ans Herz legen, wenn ihr etwas auf Mallorca sehen und erleben möchtet, das noch nicht in jedem Reiseführer steht.

     

    Love,

    Summer