Kurztrip nach Strasbourg – lohnt sich das?

Wenn wir verreisen, dann denken wir oft nur an Orte in der Ferne – zumindest geht das uns so. Je weiter weg, desto besser. Dabei vergessen wir manchmal, wie viele wunderschöne Orte es in unserer Nähe gibt. Daher haben wir beschlossen, nach und nach die schönen Orte um unser Homebase Frankfurt herum zu erkunden, nachdem uns aufgefallen ist, wie strategisch toll Frankfurt gelegen ist. Wir nutzen daher die Wochenenden, um von hier aus verschiedene Kurztrips zu starten. Dieses Jahr haben wir zum Beispiel angefangen, folgende Städte zu erkunden:

  • Maastricht (knapp drei Stunden Autofahrt von Frankfurt am Main aus – Bericht folgt noch)
  • Roermond (ebenfalls knapp drei Stunden Autofahrt von Frankfurt am Main aus) und danach einen kleinen Abstecher nach Venlo (von Roermond aus ca. eine halbe Stunde Autofahrt – fand ich jetzt aber nicht besonders schön…)
  • Trier (etwas über zwei Stunden Autofahrt von Frankfurt am Main aus) mit einem anschließenden Besuch der Burg Eltz (noch mal eine gute Stunde Autofahrt von Trier aus – den Artikel über diesen Kurztrip könnt ihr hier nachlesen)

Letztes Wochenende haben wir uns dann Strasbourg (etwas über zwei Stunden Autofahrt von Frankfurt am Main aus) vorgeknöpft und heute klären wir mal die Punkte, warum sich ein Kurztrip in die kleine, verschlafene Stadt lohnt.

In Strasbourg…

… kann man wunderbar durch die verträumte Stadt flanieren und das Leben genießen.

Wer früh los fährt, der kommt auch früh an – und das ist ratsam. Den Vormittag/ Mittag sollte man nutzen, um ganz entspannt durch die wunderschöne Stadt zu flanieren. Macht euch einen ersten Eindruck von der Stadt, saugt alle Eindrücke in euch auf, spaziert am Fluss entlang – einmal um die ganze Stadt herum – spaziert dann durch die Altstadt selbst, verliebt euch genau so wie ich in das Viertel „Petit France“ und bestaunt die beeindruckende Architektur an jeder Ecke der Stadt. Hier kann man ganz einfach der Hektik des Alltages entfliehen und einfach mal die Seele baumeln lassen.

 

  

… gibt es die schönsten Kirchen und Kathedralen.

Während man durch die Altstadt schlendert, läuft man unweigerlich an geschichtsträchtigen Kirchen und Kathedralen vorbei. Da ist zum einen die lutherische Thomaskirche, die kleine Wilhelmskirche oder auch das Kirchenkomplex Saint-Pierre-Le-Vieux. Nicht zu übersehen ist natürlich auch die Hauptattraktion der Stadt: das Strasbourger Münster mit prägenden Stilelementen der Romanik bis zur Spätgotik. Der weltberühmte Sakralbau aus rotem Vogesen-Sandstein wird jährlich von ca. drei Millionen Besucher bestaunt – zu recht. Etwas Kondition benötigt man jedoch schon für die 332 Stufen zur Plattform des Südturmes in 66 Meter Höhe, aber es lohnt sich! Von oben aus hat man einen tollen Blick über die schiefen, charmanten Altstadtdächer weit hinein in die Landschaft. Sehr empfehlen kann ich den Aufstieg zur Plattform zur sogenannten „golden hour“, also kurz bevor die Sonne untergeht. Zu diesem Zeitpunkt taucht die Stadt in ein wunderschönes, warmes Licht – und es sind nicht mehr so viele Menschen oben.

      

… weil man mit seinem Aufenthalt unter anderem auch Künstler unterstützen kann.

Bevor wir uns aber auf Entdeckungstour gemacht haben, haben wir noch schnell in unser Hotel eingecheckt. Ich bin ehrlich – das Hotel Graffalgar (3 Sterne, DZ ab 100€) war ganz nett und sicher eine super Option für junge, trendbewusste Menschen – aber unsere Erstwahl war es definitiv nicht. Leider haben wir erst drei Tage vor Abreise beschlossen, dass wir über ein langes WE dort bleiben würden und unsere favorisierten Design Hotels waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgebucht. Einige andere Hotels im 4* und 5* Bereich standen zwar zur Option, aber sie waren nicht nur von der Lage her ungünstiger gelegen, sondern auch vom Interior her einfach nur altbacken. So haben wir uns für das jugendlich-stylische Hotel in der Nähe von Petit France entschieden. Insgesamt hat das Graffalgar 38 Zimmer. Das besondere an diesem Hotel: keines der Zimmer gleicht dem anderen, da jedes Zimmer von einem anderen Künstler gestaltet wurde, was wirklich sehr cool war. Das Zimmer an sich ist sehr spärlich eingerichtet und erinnerte uns in der Einfachheit an ein Kinderzimmer. Nichtsdestotrotz: gute Lage, stylisches, Junges Ambiente, freundlicher Check-In. Für 100€ allerdings kein Schnäppchen für ein drei Sterne Hotel. Aber Achtung: Fürs Parken zahlt man 15€ Extra für 24 Stunden – leider ist das damit nicht getan, denn der Parkplatz kostet 28€/ Tag. Bei bei der Ausfahrt zusätzlich 8€ zahlen, da die 15€ eigentlich nur eine Art „Voucher“ sind und einen Wert von 20€ entsprechen.

 

 … gibt es viele tolle Museen zu entdecken.

Jap, die gibt es wirklich. Wir haben leider nur 4 der unzähligen Museen geschafft, welche Strasbourg zu bieten hat. Besonders empfehlenswert finde ich das „Musée d’Art Moderne et Contemporain“ in der Nähe von Petit France und das „Musée des Arts Décoratifs“ im Palais de Rohan. Beide Museen sind mir wirklich sehr positiv in Erinnerung geblieben – die solltet ihr euch definitiv nicht entgehen lassen. Nehmt euch daher ruhig einen ganzen Tag lang nur die Museen vor und macht euch vorher unbedingt eine Liste mit den Museen, die ihr besuchen möchtet. Denn so müsst ihr nur einmalig 12€ bezahlen und kommt mit dem Ticket in alle Museen rein. Eine Auflistung der Museen in Strasbourg findet ihr zum Beispiel hier.

          

… kann man sehr lecker essen.

Und das haben wir getan. Wir haben im La Cigogne (11 Place de la Cathédrale) mit Blick auf den Strasbourger Münster lecker Crêpes gegessen, uns dann ganz klassisch Flammkuchen im „Au Brasserie“ (22 Rue des Veaux, 1. Bild) schmecken lassen und beim abendlichen Spaziergang sogar noch einen Geheimtipp für euch entdeckt! Und zwar sind wir nach dem Dinner am „La Tarbouche“ (22 Rue de la Krutenau, 2. und 3. Bild) im Viertel Krutenau vorbei spaziert und das Restaurant war so proppevoll, dass es nur gut sein konnte. Innen, außen – überall waren Menschen und sie sahen so glücklich aus. Das Essen roch nicht nur gut, sondern sah auch wirklich ansprechend aus. Das haben wir uns also direkt für den zweiten Tag vorgemerkt und wir wurden nicht enttäuscht. Für wenig Geld gab es viel leckeres libanesisches Essen. Allein die Vorspeise hat mich eigentlich schon gesättigt, aber die Hauptspeise war einfach zuuu gut, als das man die hätte weglassen wollen. Also, unbedingt dort essen gehen! Was das Frühstück betrifft, da hatten wir echt Pech und hätten uns gewünscht, dass wir das Frühstück im Hotel dazu gebucht hätten. Wir waren im Le Kougelhopf (52 Rue du Fossé-des-Tanneurs) und hatten uns auf ein tolles und reichhaltiges Frühstück gefreut. Allerdings gab es dort nur ein Stück labbriges Baguette, ein Stück Guglhupf, ein Stückchen verpackte Butter und Erdbeermarmelade. Dazu wurde O-Saft und Kaffee/ Tee serviert. So ein langweiliges Frühstück hatte ich wirklich noch nie. So ein Frühstück ist doch auch nicht typisch für Frankreich, oder?

  
… kann man gut shoppen.

Von H&M über Zara oder auch Stradivarius bis hin zu Hermes und Louis Vuitton oder dem Galeries Lafayette und viele uns unbekannte Marken – Strasbourg ist ein wahres Paradies für Shopping-Liebhaber! Übrigens, was mir besonders positiv aufgefallen ist, waren die vielen hübschen Blumenlädchen, die an jeder Ecke in der Stadt aufzufinden sind.

    

… sollte man auf gar keinen Fall eine Bootstour verpassen!

Meiner Meinung nach ist auch eine Bootsfahrt auf der Ill am schönsten kurz vor dem Sonnenuntergang. Die Panoramaschiffe legen am Kai beim Palais de Rohan ab. Das Ticket für Erwachsene kostet 13€ und die Tour rund um die Altstadt dauert 75 Minuten – sogar mit einem Abstecher ins Bassin de l’Ill, vorbei am Headquarter von Arte. Von hier aus hat man einen guten Ausblick auf die futuristische Architektur von Europaparlament, Europarat und dem Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte. Ich hätte die Institutionen gerne besucht, aber leider war dies zu dem Zeitpunkt nicht möglich.


... (last but not least) gibt es einen wunderschönen Sonnenuntergang im Petit France.

Petit France ist schon bei Tageslicht mein Favorit gewesen – aber spätestens beim romantischen Sonnenuntergang muss man sich einfach in dieses Viertel/Strasbourg verlieben. Richtig?


So, die Frage, ob sich ein Kurztrip nach Strasbourg lohnt hat sich dann hoffentlich geklärt, oder? Also, egal ob ihr nur mal kurz raus aus dem Alltag wollt, oder aber Strasbourg als Zwischenstation für eine Frankreich-Tour anvisiert – ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.

Viel Spaß dann beim Entdecken!

Love,

Summer

7 thoughts on “Kurztrip nach Strasbourg – lohnt sich das?

  • Reply Vicky 24. Juni 2017 at 13:09

    Du hattest so Glück mit dem Wetter, bei mir wars leider grau! 🙁

    schönes Wochenende!,
    Vicky

  • Reply Becky 25. Juni 2017 at 17:53

    Toller Bericht und super Idee, die Städte vor Ort zu bereisen 🙂
    LG Becky

  • Reply Helena Kling 26. Juni 2017 at 20:07

    Was für ein langer und ausführlicher Blogpost und so tolle Eindrücke!

  • Reply Jasmin 28. Juni 2017 at 20:43

    War auch schon zwei mal in Straßbourg, jeweils für einen Tag und hat sich definitv gelohnt 🙂 ist auch sehr nah an Karlsruhe und von daher sehr günstig. Deine Fotos sind wirklich zauberhaft, wusste ehrlich gesagt gar nicht das man SO viel dort machen kann. Bin dort nur zum bummeln und Flammkuchen gewesen 😀

    Hier findest du meine Beiträge und sogar ein Video:
    http://nimsajx.blogspot.de/2015/07/roadtrip-alsace-2015-sarrebourg.html
    http://nimsajx.blogspot.de/2015/04/fma-bonjour-strabourg.html

  • Reply Beauty Mango 7. Juli 2017 at 11:51

    Straßbourg steht schon so lang auf meiner Liste. Ich muss da unbedingt mal hin. Ganz tolle Impressionen!

  • Reply Laura 11. September 2017 at 10:50

    War im März für einen Tagestrip in Straßburg und die Stadt hat mir wirklich gut gefallen, aber dass man dort so viel unternehmen kann war mir vor deinem Post auch nicht bewusst. Habe dadurch richtig Lust bekommen, noch einmal hinzufahren.

    Vor allem dank deiner tollen Bilder … die sind echt der Hammer. Welche Kamera benutzt du? 😊

    • Reply Summer Lee 18. September 2017 at 14:55

      Huhu – jaaa, die Stadt ist super vielseitig 🙂 Und das Nachtleben ist sicher auch interessant, das ging leider komplett an mir vorbei 🙁 Ich fotografiere immer mit meiner Olympus om-d e-m10 Mark ii und kann sie dir nur empfehlen 🙂 Ganz liebe Grüße – Summer

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