Louis Vuitton Palm Springs Mini oder doch die Pochette Métis? Und weshalb bereue ich die Abholung der Tasche im Frankfurter Louis Store?

Na? Für welche der zwei genannten Taschen würdet ihr euch entscheiden? Diese Frage habe ich euch auf Instagram gestellt, nachdem ich für mich selbst die Antwort schon gefunden hatte, da ich mich bei dieser Entscheidung auf gar keinen Fall beeinflussen lassen wollte. Der Großteil eurer Stimmen ging wie erwartet an die Louis Vuitton Pochette Métis. Das genaue Ergebnis habe ich schon vergessen, ich glaube allerdings, dass es bei irgendwas um die 75% für die Métis und 25% für die Palm Springs Mini lag. Ich kann euch sehr gut verstehen. Sie ist ja auch schön, die Métis. Ich habe ihr selbst ganz lange nachgejagt. Egal in welcher Stadt ich auch war, ich bin immer in den Louis Store gehüpft, um nach dieser Tasche zu fragen. Rückblickend kann ich sagen, dass die Fragerei immer etwas halbherzig war. Hätte ich sie unbedingt haben wollen, dann hätte ich sie im Store bestellen können. Weshalb ich sie wollte, ist klar: Durch ihre unaufdringliche Form und das klassische Monogram Canvas Muster passt sie zu allem. Außerdem hat sie die perfekte Größe (ich liebe kleine Taschen) und auch die Trage-Art (ich liebe Crossbags) passt perfekt in mein Beuteschema. Eine rundum schöne, elegante und klassische Tasche.

Moooment. Genau da ist der Haken für mich: elegant und klassisch. Irgendwie passt das nicht so zu mir. Das heißt nicht, dass ich nicht auch mal klassisch und elegant sein kann (und das heißt auch nicht, dass ich sie mir nicht vielleicht doch irgendwann mal zulegen werde…). Aber selbst wenn ich mal so unterwegs bin, dann brauche ich einen kleinen Stilbruch zum Look, um mich so richtig wohl zu fühlen. Und diesen Stilbruch bekomme ich nicht mit der Metis, denn sie passt wie die Faust aufs Auge auf elegante, klassische Looks. Die Palm Springs Mini aber, sie ist verspielt, edgy und etwas moderner. Sie wertet meine casual Looks im Handumdrehen auf, sorgt für meinen geliebten Stilbruch bei eleganteren Looks und passt daher besser zu mir und meinem Lifestyle. Außerdem schreit sie nur so nach Wanderlust – ich kann es nicht abwarten, sie mit auf meine Reisen zu nehmen.

Ich weiß nicht mehr genau, wann ich zum ersten Mal ein Auge auf die Palm Springs geworfen hatte – wahrscheinlich relativ zeitgleich zur Métis. Aber ich weiß noch ganz genau: es war Liebe auf dem ersten Blick. Nichtsdestotrotz habe ich nie ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, sie mir zu kaufen. Dafür war sie, im Gegensatz zur Métis, einfach zu wenig präsent gewesen. Es gibt kaum gescheite Bilder von guten Looks mit ihr und im „echten“ Leben, fernab vom Glitzer und Glamour der Instagram-Welt, habe ich sie sowieso noch NIE an einer „echten“ Frau gesehen. Dennoch schwirrte sie stets in meinem Kopf herum. Alle paar Monate googelte ich nach ihr und verliebte mich erneut ein Stückchen mehr in sie. Dieses Spielchen wiederholte sich dann etwa ein Jahr lang, bevor ich mich vor einigen Wochen dazu entschied, sie mir zu gönnen. Mein Problem war nur, dass der Rucksack ausverkauft war. Überall. Ich schaute wochenlang täglich in den Louis Vuitton Online Store, bis es mir zu doof wurde. Ein paar Tage nachdem ich es aufgegeben hatte, aktualisierte sich der Tab mit der Tasche auf meinem Smartphone und ich konnte meinen Augen nicht trauen: aber ein einziges Modell war online verfügbar! Es klingt so übertrieben und ich weiß, dass es auf der Welt wichtigere Dinge gibt, als sich eine überteuerte Tasche zu bestellen, aber in dem Augenblick hab ich das einfach gefeiert. Ohne zu überlegen habe ich sie mir bestellt und nach Frankfurt in den Store liefern lassen. Ich bereue meine Entscheidung absolut nicht und liebe die Palm Springs Mini abgöttisch.

Eine einzige Sache an dieser ganzen Abwicklung bereue ich jedoch – und zwar die Tatsache, dass ich mir die Tasche hab in den Frankfurter Store liefern lassen. Denn der Service war mehr als schlecht. Wirklich grottig eigentlich und vermieste mir als Kunde den Spaß am Kauf. Weshalb steigt eigentlich die Arroganz der Mitarbeiter exponentiell zur Preisstruktur der Marke? Könnt ihr mir das erklären? Mir tut es wirklich Leid das sagen zu müssen, da ich eine ganz liebe Mitarbeiterin von Louis Vuitton kenne, die mit Herz dabei ist und nicht nur lieb, sondern auch höflich ist. Leider scheint dies nicht auf alle Mitarbeiter zuzutreffen. An diesem Tag waren einfach alle, die ich beim Warten an der Kasse beobachtet hatte – es waren fünf oder so – einfach unfassbar arrogant und absolut nicht hilfsbereit. Zumal zwei Mitarbeiterinnen direkt hinter der Kasse über einen Kunden, der vor mir dran war, abfällig gelästert haben. Wirklich jetzt? Ich finde, dass das gar nicht geht. Geht zum Lästern doch bitte irgendwo hin, wo kein Kunde das mitbekommt. Oh well, ich tippe dann auch mal stark, dass diese besagten Mitarbeiterinnen sich dann wohl auch über meine Wünsche abfällig geäußert haben. Was fällt mir aber auch ein, Dinge zu hinterfragen. Oder Dinge anders haben zu wollen – geschweige denn, überhaupt bedient zu werden. Ich habe Verständnis dafür, dass viel los ist, aber gibt es etwas einfacheres, den Blickkontakt zum Kunden zu suchen und ihm zu signalisieren, dass man sich so schnell wie möglich um das Anliegen kümmern wird? Ignorieren finde ich ziemlich bescheiden. Sich nach der Beschwerde zu entschuldigen, aber im gleichen Satz noch den Fehler an die Kollegen weiterzugeben ist ebenfalls sehr schwach. Wie wäre es stattdessen mit selbst denken und proaktiv auf Kunden zugehen? Bitte sagt mir, dass das ganz normale Brand Standards sind.

Vielleicht habe ich ja einfach wirklich zu hohe Anforderungen an gehobenem Service – aber darf man als Kunde, wenn man ein Produkt kauft, bei dem der Preis zu mindestens 70% aus Markenname und Service besteht, nicht auch einen einwandfreien Service erwarten? Was meint ihr und wie sehen eure Erfahrungen aus?

Love,

Summer

9 thoughts on “Louis Vuitton Palm Springs Mini oder doch die Pochette Métis? Und weshalb bereue ich die Abholung der Tasche im Frankfurter Louis Store?

  • Reply Sophie 17. Dezember 2017 at 9:25

    Sehe ich genau so. Ich habe vor 1 oder 2 Jahren etwas bei Louis Vuitton bestellt und es personalisieren lassen. Als ich es dann im Store abgeholt habe waren die Mitarbeiter ebenfalls total arrogant. Zur Zeit arbeite ich im größten Luxus Kaufhaus Deutschlands, kenne also den Blick hinter die Kulissen der ganzen High End und Designer Labels. Es ist wirklich eine Mischung, es gibt Leute die dort arbeiten und total nett sind aber leider auch mindestens 50% die absolute Idioten sind. Traurig aber wahr. Meine Erfahrungen sprechen aber nur für Deutschland. Dafür habe ich im Ausland (USA) viel, viel bessere Service Erfahrungen bei Designern gemacht.

    • Reply Summer Lee 18. Dezember 2017 at 15:48

      Hallo liebe Sophie, vielen Dank für dein Feedback. Ich kann das wirklich absolut nicht nachvollziehen, warum Mitarbeiter im Service meinen, Sie könnten sich so arrogant gegenüber dem Kunden verhalten. Immerhin sorgen Kunden, die sich gegen Online und für Offline entscheiden doch dafür, dass die Jobs erhalten bleiben, oder sehe ich das falsch? Schade zu hören, dass es bei dir auf der Arbeit auch so Differenzen gibt. Ich arbeite zum Beispiel in der Hotellerie, wenn auch im Marketing, aber die Mitarbeiter sind bestens mit Brand Standards geschult und wissen ganz genau, wie man dem Kunden gegenüberzutreten hat und wie nicht. So viel anders als im Verkauf ist das doch nicht?… Ich habe leider auch das ungute Gefühl, dass die Arroganz von Mitarbeitern hauptsächlich ein deutsches Problem ist. Im Ausland habe ich bisher auch nur gute Erfahrungen gemacht 🙁 Schade! Liebe Grüße aus Frankfurt – Summer

  • Reply Vanessa 17. Dezember 2017 at 9:44

    Ich liebe meine Pochette Metis, das war aber auch meine erste LV aus dem Shop direkt, denn sonst kaufe ich LV gerne Vintage, weil mir die Patina dann besser gefällt als das helle Leder am Anfang.
    Ich habe die Tasche per Hotline erworben, da sie ja eigentlich dauerhaft europaweit ausverkauft ist und man sich nur auf die Warteliste setzen lassen kann. Der Herr am Telefon war sehr freundlich, mit einem Store habe ich bishe keine Erfahrung, aber man hört ja häufig, dass gerade bei High End Marken die VerkäuferInnen sehr arrogant sind, vor allem wohl auch bei Chanel.
    Ich finde das sehr schade, denn gerade bei teureren Produkten bin ich ein Fan davon, sich dieses erst im Store anzusehen und dann auch sofort in den Händen halten zu können.

    Viele Grüße!

    • Reply Summer Lee 18. Dezember 2017 at 15:52

      Hallo liebe Vanessa, bei mir ebenso. Ich habe bisher auch nur Vintage-Stücke bestellt, weil ich das helle Leder auch nicht so mochte und dann eben bei dieser Tasche das „Gesamtpaket“ „genießen“ wollte, was ja doch relativ schief ging. Übrigens finde ich nach wie vor die Metis auch toll <3 Am Louis Vuitton telefon hatte ich bisher auch fast immer super nette Mitarbeiterinnen gehabt, bis auf einen Einzelfall. Die Mitarbeiter im Frankfurter Chanel Store fand ich leider auch nicht sehr prickelnd.... leider. Wirklich schade! Ganz liebe Grüße aus Frankfurt - Summer

  • Reply Amy 17. Dezember 2017 at 23:16

    Das ist so unglaublich .. unmöglich so ein verhalten! Ich arbeite auch im Einzelhandel und uns wird das in jeder Besprechung gesagt dass wir immer zuvorkommend und freundlich sein sollen obwohl ich in einem Möbelhaus der günstigeren variante arbeite. Das ist aber auch personenabhängig ich hab auch kollegen die sich so verhalten wie du beschrieben hast.. Also ich kann dich total verstehen und finde es auch absolut angemessen dass man an so ein geschäft etwas höhere Erwartungen an den service hat immerhin lässt man ordentlich geld da
    Ich kann dir die geschäfte auf der königsallee aufjedenfall empfehlen egal ob ich in billigen klamotten da rein gehe dort wurde ich zumindest bei tiffany und MCM immer sehr sehr lieb beraten auch wenn ich nicht immer was gekauft habe 🙂

    • Reply Summer Lee 18. Dezember 2017 at 15:55

      Ja, oder? Vor allem das Lästern fand ich schon heftig. Jetzt mal im Ernst, bei einer Tasche, bei der man mindestens 70% für den Namen und Service zahlt, da erwarte ich, dass jeglicher Kundenwunsch, der sich im Rahmen hält (und die Wünsche, worüber die Damen lästerten, hielten sich mehr als im Rahmen) ohne mit der Wimper zu zucken und mit einem breiten Lächeln erfüllt werden. Oder sehe ich das falsch? Mit Tiffany – zumindest dem Frankfurter Store – bin ich auch nicht so happy, vielleicht muss ich dann in Zukunft einfach die Stadt wechseln 😀 Oder online shoppen 🙂 Ganz liebe Grüße – Summer

  • Reply Susanne Scharl 17. Dezember 2017 at 23:43

    Hallo Summer, also von besagter Marke besitze ich nichts, aber Service ist im Einzelhandel das A und O, und das gilt für jede Preisklasse. Während meines Studiums habe ich selbst in diversen Einzelhandelsgeschäften gearbeitet, von daher weiß ich, wovon ich rede. Oder auch in meinem jetzigen Online-Shop. Es geht nicht, irgendwelche Fragen unbeantwortet zu lassen oder schlechten Service zu bieten. Bei der Konkurrenz im Einzelhandel kann man sich auch nur durch guten Kundenservice abheben, von daher kann ich bei deiner Geschichte nur den Kopf schütteln, vor allem weil es sich um eine teure Luxus-Marke handelt :-)) Lieben Gruß, Susanne

    • Reply Summer Lee 18. Dezember 2017 at 16:01

      Hallo liebe Susanne, vielen Dank für deine Nachricht! Dito – so sehe ich das auch. Ich habe damals als Studentin für Porsche auf der IAA gearbeitet und uns wurde auch immer eingetrichtert, dass wir zu JEDER Person freundlich sein sollen. Weshalb auch nicht? Es gab genug reiche, die sich nichts aus Äußerlichkeiten machen oder aus Spaß sogar extra lumpig unterwegs waren, um zu checken, wie die Leute auf einen reagieren…. aber ich weiche vom Thema ab 🙂 Du hast recht: man muss guten Service leisten, um sich von anderen abheben zu können. Punkt. Allerliebste Grüße aus Frankfurt – Summer

  • Reply Maren 22. Dezember 2017 at 22:49

    Der Rucksack sieht super schön aus, ich bin ein wenig neidisch. Ich hab mir im März die schwarze Métis in Verona gekauft, da war die Mitarbeiterin sehr freundlich. Vorher hatte ich sie schon in Deutschland telefonisch bestellt, da sie überall ausverkauft war und die Mitarbeiterin bei der Hotline war super super lieb („Das finde ich ja toll, dass das Ihre erste Designertasche ist. Da versuche ich möglichst schnell eine für Sie zu organisieren. Vielleicht geht irgendwo eine zurück, ich werde mich melden und Sie auf die Warteliste setzen, dann haben Sie spätestens in 4 Wochen eine“). Zufällig war dann aber eine einzige Métis in schwarz im Store in Verona. Hätte mein Freund nicht darauf bestanden in den Store zu gehen, wäre ich gar nicht erst reingegangen, da ich mir sicher war, dass die Tasche sowieso überall ausverkauft ist 😀

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