Pendeln macht aggressiv!

Bahn fahren kann echt nervenaufreibend sein und selbst aus einem gelassenen Menschen einen aggressiven machen. Ich pendele nun schon seit fast zwei Jahren und kann nicht aufhören, mich fast täglich über die selben Dinge zu ärgern – so sehr, dass ich dem Thema ein Posting widme. Irgendwann ist mir dann aber aufgefallen, dass die Bahn selbst eigentlich nur schuld an krassen Verspätungen und Ausfällen und vielleicht noch an einer fast unzumutbaren Temperatur ist – aber dass das wirklich anstrengende und nervtötende die Mitfahrer sind. Geht das nur mir so, oder habe ich noch mehr Mitleidende? (Nachtrag: ausgerechnet heute hatte meine Bahn 50 Minuten Verspätung und hat mich zusätzlich zu manchen Mitfahrern noch in den Wahnsinn getrieben – siehe Mini: foxdevilwild!)

1. Fette Rucksäcke und fette Taschen: liebe Mitmenschen, wenn ihr einen fetten Rucksack auf dem Rücken habt, seid ihr nicht mehr so kompakt wie ohne – wirklich nicht. Das könnt ihr mir glauben. Ihr könnt dann nicht in der vollen Bahn stehen und euch panisch von Link nach rechts drehen und alles wegfegen, was sich hinter euch befindet – in der Regel sind das übrigens Menschen. Die bekommen dann schön eine gewatschelt. Die lieben Frauen mit ihren fetten Shoppern sind leider nicht viel besser und feinfühliger. Die sind fast noch dreister: sie legen gerne ihre Shopper einfach mal auf den Schultern der ätzenden Bahnfahrer ab. 
2. Rush Hour mit Fahrrädern: hat man Fahrräder nicht meistens, wenn man Fahrrad fahren möchte? Vor allem die Spezialisten im Ganzkörper-Tour-de-France Outfit, schwingt euch doch einfach auf euer Rad statt euch in das Getümmel von Anzugträgern etc. zu stürzen! Abgesehen davon, dass Platz in der Bahn während der Rush Hour ein echt kostbares Gut ist, möchte ich im Gedrängeln weder irgendwelche Fahrradteile in den Rücken geranmt bekommen noch möchte ich auf den Genuss kommen, hübsche Radabdrücke an meiner Kleidung zu finden. 
3. Rush Hour mit großen Taschen, die auf den Sitzen liegen: ja ich weiß, wenn man ein paar Taschen mehr dabei hat, dann ist das sehr bequem, diese nicht auf dem Boden oder vielleicht auch auf den eigenen Körper abstellen zu müssen, sondern auf die Sitze nebenan. Aber lässt euch gesagt sein – nach einem anstrengenden Arbeitstag denken sich die  Menschen dabei nur eine Sache: was ist das für ein egoistisches Arschloch.
4. Nicht an der Tür stehen bleiben: kennt ihr das? Die Bahn scheint im ersten Augenblick voll zu sein und man kann sich kaum durch die Tür quetschen, aber innendrin, ja da ist alles frei. Anscheinend bekommen Menschen Panik, dass sie nicht wieder raus kommen, wenn sie nicht direkt an der Tür stehen bleiben. Das Problem ist nur, dass das ziemlich suboptimal ist. Wenn ihr irgendwann mal ein genervtes „können Sie bitte durchgehen, die ganze Bahn ist frei“ hört, dann könnte es durchaus ich sein.
5. Rücksicht aufeinander nehmen: wenn das schon im Mikrokosmos „Bahnwagon“ nicht funktioniert, wo dann?!
6. Stehst du in der Lichtschranke, kann die Tür nicht zugehen: einfache Regel, wenn nicht die einfachste – aber es gibt noch immer Menschen, die das nicht verstehen, in der Tür stehen bleiben und sich dann wundern, warum es nicht weitergeht.
7. Sauber halten: so viele Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten und dennoch so mit den Füßen getreten werden. Wie schwer kann es sein, keinen zusätzlichen, unnötigen Dreck in der Bahn zu machen? Eigentlich gar nicht! Als ich das letzte Mal Schoko-Kuchen an den Fensterscheiben entdeckte, da hätte ich am liebsten die Spaßvögel mir geschnappt und deren Gesicht ebenfalls an der Scheibe gerieben. Dreck zu machen ist das eine, aber so verschwenderisch und respektlos mit essen umzugehen, das geht gar nicht. 
8. Platz machen für Hilfsbedürftige Menschen: hier könnte man ja meinen, dass das Gang und Gebe ist. Nein, ist es nicht. Beobachte immer wieder Menschen, die so tun, als sie nicht sehen würden, wenn ein älterer Mensch etc. einsteigt. so dass jemand aus den allerletzten Nischen kriechen muss um Platz zu machen 
9. Körperkontakt so weit es geht vermeiden: ich mag Menschen eigentlich sehr gerne, nur nicht unbedingt alle fremde Menschen, die vielleicht dazu nicht ganz angenehm riechen und etwas mehr schwitzen. Also nein, das ist falsch, auch die mag ich manchmal – nur eben nicht in der engen Bahn, im Sommer und wenn sie mir fremd sind und trotzdem zu sehr auf die Pelle rücken. Das muss nicht sein…
10. Die ‚ich muss erster sein‘ – Mentalität: egal ob rein oder raus, es gibt sie, die, die unglücklich sind, wenn sie nicht als erster rein oder raus kommen. Schubsen, drängeln, viel Körperkontakt. Geht gar nicht. Manche prügeln sich um einen Sitzplatz wie bei dem Spiel ‚die Reise nach Jerusalem‘.

So, genug gemeckert – jetzt geht’s mir schon wieder viel besser. Kennt ihr das? Ergeht es euch auch immer so, wenn ihr in der vollen, stickigen Bahn seid?

Love,
Summer

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