Hochzeitskolumne #3: Über Vernunftsgrenzen, das eigentliche Budget und Trends 2017/18 beim Kauf des Brautkleides.

Es ist vollbracht! Ich habe mein Traumkleid für unsere Hochzeit am Meer gefunden. Einfach so. Quasi beim ersten Termin. „Quasi“, weil ich vorher schon in einem kleineren Laden in Frankfurt „mal gucken war“. Leider hat mir der Laden überhaupt nicht gefallen. Kein Glamour, kein einziges Kleid, das meiner Vorstellung entsprach. Selbst wenn ich dort mein Traumkleid entdeckt hätte, es hätte mir keinen Spaß gemacht, so viel Geld dort auszugeben. Da war ich doch sehr enttäuscht und etwas vorbelastet. Ich hatte das Gefühl, als würden sich meine Budgetvorstellung und meine Erwartungen an das Kleid niemals miteinander decken können. Aber so ein Schwachsinn. Nach dem Besuch im Hochzeitsrausch in Köln ist mir klar geworden, dass es für jedes Budget ein wunderschönes Kleid gibt, das genau denVorstellungen der Braut entspricht.

Die VernunftsgrenzE vs. Das eigentliche Budget

Ich hatte mir eine Vernunftsgrenze gesetzt, die sehr deutlich unter meinem eigentlichen Budget lag. Ich musste nicht vernünftig sein, aber ich wollte es unbedingt – denn so eine Hochzeit ist schon teuer genug. Ich kann auch jeder zukünftigen Braut nur empfehlen, sich diese Grenze zu setzen, alleine schon, um einfacher eine erste Auswahlrunde treffen zu können. Sollte man wirklich kein passendes Kleid dabei finden, so kann man die Grenze noch immer lockern, ohne, dass es weh tut. Nach dem ersten Laden dachte ich eigentlich, dass sich meine Kleidersuche als wirklich schwierig erweisen würde. Ich war mir sicher, dass das ganze ein riesiges Drama werden würde. Aber wider Erwarten ging das dann doch sehr schnell und vor allem sehr positiv über die Bühne. Ich darf mich sogar darüber freuen, dass ich mein perfektes Kleid gefunden habe, ohne meine Vernunftsgrenze weit überschritten zu haben. Und nachdem ich wirklich viele Kleider und ihre Preise gesehen habe, kann ich jede zukünftige Braut mit gutem Gewissen beruhigen: Ich bin mir sicher, dass jede Braut zu ihren gegebenen Konditionen ein wundervolles Kleid finden wird. Selbst für bekannte Marken wie Pronovias oder Enzoani muss man nicht unbedingt mehrere tausend Euro auf den Tisch legen – was mich persönlich sehr überrascht hatte.  Wer aber ein kleiner Sparfuchs ist, der geht am besten im Juli/ August auf Brautkleiderjagd, denn zu diesem Zeitpunkt erfolgt meistens ein großer „Blowout“ der Kleider, bevor im September dann die neuen Kollektionen wieder in die Läden kommen. Hier bekommt man, soweit ich das verstanden habe, zwar kein neues Kleid, sondern das Probemodell von der Stange, aber das finde ich gar nicht schlimm. Habe viele schöne Kleider über 3.000€ gesehen, die dann „nur“ noch die Hälfte gekostet haben. Bei mir wurde es letztendlich aber doch ein Kleid aus der neuen Kollektion. Wie hätte es auch anders sein können… das passiert mir wirklich immer. Ich ziehe in den Sale los und komme mit der neusten Kollektion wieder nach Hause. Aber gut. Ich kann nichts dafür.

Vor dem Termin:

Der Artikel hier ist übrigens weder gesponsert noch sonst irgendwie bezahlt. Aufmerksam auf den Laden wurde ich nämlich über Instagram. Die Werbung verfolgte mich so lange, bis ich der „50%-70% Blowout Aktion“ nicht mehr widerstehen konnte. Also habe ich kurzerhand die Webseite besucht, um weitere Informationen über den Shop an sich, die angebotenen Marken und vor allem dem Service zu finden. Alle drei Punkte sagten mir sofort zu. Die Bilder vom Shop sahen toll aus, die Webseite modern, die Marken haben mich angesprochen und der Beratungstermin von 120 Minuten war kostenfrei – hinzu kam, dass eine meiner besten Freundinnen in Köln wohnt. Es gab also absolut nichts, was dagegen sprach. Innerhalb weniger Minuten habe ich dann auch direkt online einen Termin vereinbaren können – easy!

Während des Termins:

Ich muss sagen, dass ich an meinem Termin super aufgeregt und dadurch leicht hyperaktiv war. Während meine Begleiterinnen von Anfang an emotional waren und immer wieder Tränen in den Augen hatten, war ich einfach ständig am Zappeln und nervös sein. Meine Beraterin, Alexandra Ullrich, war wirklich super. Sie empfing mich im Platin Bereich, wo wir viel Platz und Ruhe hatten. Sie war freundlich, hilfsbereit und hat immer die richtigen Worte gefunden und sie hat zwar immer meine Mimik und Gestik gedeutet, aber mir nie Worte oder gar eine Meinung in den Mund gelegt. Es war eine super entspannte Atmosphäre. Ganz am Anfang sagte sie übrigens zwei wichtige Dinge, die ich wirklich als sehr hilfreich empfand:

Es gibt viele schöne Kleider auf der Welt. Wirklich wichtig ist der Moment. Lass dich darauf ein.

Sie hat recht. Ich bin der Meinung, dass es viel zu viele schöne Brautkleider auf der Welt gibt – hätte ich mich für einen anderen Laden entschieden, oder ein anderes Wochenende oder auch ein anderes Budget, dann hätte ich mich womöglich für ein anderes Kleid als das, was ich mir gekauft habe, entschieden. Auf meiner Pinterest Seite (schaut hier vorbei) habe ich wie eine Verrückte Brautkleider gepinnt und ich hätte sie gerne alle zu Hause in meinem Schrank hängen. Wenn es mir nicht zu blöd wäre und ich das nötige Kleingeld hätte, dann würde ich mir mindestens sechs Kleider kaufen und sie im Stundentakt auf der Hochzeit wechseln. Wenn man Hochzeitskleider schauen geht, dann muss man bereit sein, auch ein Kleid zu kaufen. Man muss bereit sein, eine Entscheidung zu treffen. Last but not least, man muss bereit sein, letztendlich auch das Geld auszugeben (deswegen muss man sich unbedingt vorher Gedanken über das Budget gemacht haben). Wenn man aber mit der richtigen Einstellung loszieht und dann auch noch eine tolle Beraterin in toller Ambiente bekommt, dann stimmt das ganze Drumherum einfach. Bei mir war das so und ich freue mich, einen solchen kostbaren Moment zu meinen Erinnerungen hinzu fügen zu können.

Sei ehrlich zu mir. Ich habe die Kleider nicht designed, wenn dir ein Kleid nicht gefällt, dann sag es mir – ich bin nicht beleidigt, nur so können wir das perfekte Kleid für dich finden.

Obwohl man natürlich weiß, dass die Beraterin nicht die Kleider designed hat, hat man ja manchmal trotzdem ein schlechtes Gewissen, ständig nur nein zu sagen. Man will ja nicht als „zu schwierig“ oder „zu zickig“ gelten. Das war bei meinem ersten Besuch in Frankfurt sein. Ich hätte am liebsten zu jedem Kleid nein gesagt. Habe aber aus Höflichkeit dann irgendwann auch mal „ja“ gesagt. Letztendlich steckte ich dann in einem Traum aus Kleid von Pronovias für „nur 1300€, aber es war eben nicht meins. Dieser erste Besuch hat einfach meine Zeit verschwendet und ich würde niemandem raten, den Fehler zu begehen und „einfach mal gucken gehen“ wenn es um den Kauf von Brautkleider geht. Im Hochzeitsrausch Köln war das ganz anders. Hier hatte ich das Gefühl, dass ich wirklich offen meine Meinung sagen konnte. Die erste Reihe an Kleidern habe ich komplett und ohne schlechtes Gewissen verneint und dann ging es bergauf. Mit letztendlich sieben Kleidern ging es dann zur Anprobe in den großzügigen Platin Bereich der Kölner Filiale. Bei der Anprobe müsst euch schon darauf einstellen, dass die Kleider nicht immer genau passen, da die Kleider meistens nur in ein oder zwei Größen vorhanden sind. Davon darf man sich nicht entmutigen lassen, mit ein bisschen Vorstellungskraft und Zuppelei findet man auch so das perfekte Brautkleid.

Die zwei Stunden vergingen wirklich wie im Fluge. Bei fünf der sieben Kleidern wusste ich sofort, dass es nichts für mich war. Meistens wurde mir das schon beim Hineinschlüpfen bewusst. Sie waren allesamt traumhaft schön, keine Frage, aber sie passten einfach nicht zu mir. Das war ich nicht. Obwohl sich ein Kleid schnell als mein Favorit heraus stellte, schwankte ich am Ende etwas zwischen zwei Kleidern (das Kleid, dass es dann doch nicht wurde versteckt sich auch übrigens irgendwo in meinen gepinnten Kleidern). Da stand ich und wippte hin und her. Schmiss den Rock hoch, drehte mich, fühlte mich wie eine Prinzessin und war mir unsicher, obwohl ich ganz sicher wusste, welches Kleid zu mir gehörte. Woran das lag? Ich denke, meine beste Freundin aus der Schulzeit hat das ganz gut in Worte gefasst:

Beide sind wunderschön, aber das eine, das bist du nicht mehr. Das bist du, wie du mit 16 warst. Das andere bist du jetzt.

Sie kennt mich und sie hatte so recht. Und plötzlich, mit einem Schlag war die Aufregung weg und die Tränen und Emotionen kamen. Das hat mich wirklich komplett umgehauen und tief berührt.

Nach dem Termin:

Eigentlich wollte ich die engste Familie mit dem Kleid am Hochzeitstag überraschen. Aber meiner Mama und Schwiegermama habe ich es dann doch gezeigt – aber nicht angezogen, sondern nur am Kleiderbügel. Ich freue ich mich wirklich sehr auf ihre Gesichter, wenn sie mich dann das erste Mal im Kleid auf der Hochzeit sehen werden. Das wird sicherlich sehr emotional für alle. Übrigens ist mir im Nachhinein aufgefallen, dass ich so sehr mein Herz habe entscheiden lassen, dass ich ganz vergessen hatte, nach der Marke, geschweige denn dem Modell zu fragen. Ich wusste also überhaupt nicht, was ich da eigentlich gekauft hatte! Gott sei Dank hatte sich Mici den Anfangsbuchstaben gemerkt und ich konnte so mit meinen professionellen Stalking-Skills nicht nur die Marke, sondern auch das Modell ausfindig machen. Nachdem ich dann auch die Beschreibung zur Marke und zum Kleid selbst gelesen hatte, traf mich der Schlag: es passt einfach wie die Faust aufs Auge zu mir. Dazu ist der Designer auch noch ursprünglich aus meinem Heimatland, ein Chinese in Amerika – wie viele Zufälle gibt es denn auf dieser Welt? Das muss Schicksal gewesen sein.

Trends 2017/18:

Beim Googeln nach „meinem“ Kleid stolperte ich durch Zufall auch über die „Trends 2017/18“ was Brautkleider betrifft. Auf die Idee, mich vorher mal schlau zu machen, bin ich gar nicht gekommen. Ich glaube, dafür wusste ich schon zu genau, was ich im Groben haben wollte. Dennoch war der Artikel sehr spannend und die 11 Trends für 2017/18 möchte ich euch nicht vorenthalten. Nach dem Durchklicken fiel mir auf, dass sechs der folgenden elf Trends auf mein Kleid zutreffen – mehr verrate ich dann natürlich nicht mehr, aber ihr könnt gerne mitraten, welche der folgenden Trends es geworden sind:

Off-Shoulder Minimalistisch  |  Cape/ Capelets  |  Glockenärmel Nude-Töne Cross Backs  Tiefe Ausschnitte Tiefer Rückenausschnitt Net Fabric Strategisch platzierte Details Tea-length 

So, jetzt seid ihr dran. Wie war es bei euch? Erzählt mir eure Erfahrung, die ihr beim Brautkleidkauf gemacht habt. In welchem Laden wart ihr? Wie war die Beratung? Oder habt ihr sogar schon geheiratet und ein Bild von euch in eurem Kleid? Oder ihr habt ein bestimmtes Kleid im Kopf? Dann kommentiert gerne mit Link/ Bild – das würde ich wirklich gerne sehen.

Love,

Summer

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